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Hier die aktuellen Neuigkeiten der Woche aus dem Bereich eCommerce und Fulfillment zusammengefasst von emoose. In dieser Ausgabe erfährst du, wie die neue EU-KI-Verordnung deinen Shop beeinflusst und welche massiven Gebührenänderungen bei eBay sowie neue Rezensionsregeln bei Amazon auf dich zukommen. Außerdem blicken wir auf die Trends für 2026, wie Agentic Commerce und personalisierte KI-Werbung bei Google, damit du dein Business optimal auf die Zukunft vorbereiten kannst. Hier sind die wichtigsten Updates für dein digitales Wachstum.
Die EU-KI-Verordnung: So machst du deinen Shop fit für die neuen Regeln
Die neue KI-Verordnung der EU wirft ihre Schatten voraus und ab August 2026 wird es für dich als Online-Händler ernst. Wenn du in deinem Shop künstliche Intelligenz einsetzt, musst du bestimmte Pflichten erfüllen, um rechtssicher zu bleiben. Das Ziel der EU ist es, den Einsatz von KI transparent und sicher zu gestalten. Für dich bedeutet das vor allem Transparenz: Nutzt du zum Beispiel KI-gestützte Chatbots oder generierst du Produkttexte mit Hilfe von Algorithmen, musst du das für deine Kunden klar kennzeichnen. Die Menschen sollen wissen, wenn sie mit einer Maschine interagieren oder von einer KI erstellte Inhalte sehen.
Besonders wichtig ist die Einteilung in Risikoklassen. Die meisten Anwendungen im eCommerce, wie personalisierte Empfehlungen, fallen in eine niedrigere Kategorie. Dennoch musst du sicherstellen, dass deine Systeme keine Diskriminierung fördern, etwa bei der automatisierten Preisgestaltung. Um die Datenintegrität zu wahren, ist eine saubere technische Basis entscheidend. Schon seit Anfang 2026 ist für jeden Artikel eine maschinenlesbare Kennzeichnung wie ein EAN- oder Barcode zwingend erforderlich, damit Software-Systeme Produkte korrekt zuordnen können. Diese Pflicht hilft dir auch dabei, die Anforderungen der KI-Verordnung an die Rückverfolgbarkeit und Dokumentation besser zu erfüllen. Bereite dich frühzeitig vor, indem du prüfst, wo in deinem Prozess KI zum Einsatz kommt und wie du die Kennzeichnungspflichten technisch umsetzen kannst. So vermeidest du Bußgelder und stärkst gleichzeitig das Vertrauen deiner Kunden in deine Marke, da du offen und ehrlich mit dem Einsatz moderner Technologien umgehst.
E-Commerce Trends 2026: Profitabilität und intelligente Vernetzung
Im Jahr 2026 dreht sich im digitalen Handel alles um Effizienz und eine Architektur, die bereit für künstliche Intelligenz ist. Der Trend geht weg von starren Gesamtsystemen hin zu modularen Lösungen, dem sogenannten Composable Commerce. Das bedeutet für dich, dass du einzelne Bausteine deines Shops – wie den Checkout, die Suche oder die Logistik – flexibel austauschen oder optimieren kannst, ohne das gesamte System umbauen zu müssen. Diese technische Freiheit erlaubt es dir, viel schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Ein weiterer großer Fokus liegt auf der Profitabilität. Statt blindem Wachstum geht es darum, Prozesse so zu automatisieren, dass Kosten gesenkt werden.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Verbindung von Echtzeitdaten. Damit deine KI-Tools, wie virtuelle Kaufberater, wirklich nützlich sind, brauchen sie Zugriff auf saubere Bestands- und Produktdaten. Hier greifen auch logistische Anforderungen: Seit dem 1. Januar 2026 musst du für jeden eingelagerten Artikel einen eindeutigen, maschinenlesbaren Produktcode hinterlegen, damit die Software beim Picken fehlerfrei arbeiten kann. Schnelligkeit bleibt ebenfalls ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Kunden erwarten heute, dass ihre Bestellungen blitzschnell bearbeitet werden. In einem modernen Fulfillment-Setup verpflichtet man sich daher zur Bearbeitung geklärter Aufträge innerhalb von 24 Stunden an Werktagen. Wenn du diese Trends nutzt und deinen Tech-Stack modernisierst, schaffst du die Grundlage für personalisierte Erlebnisse, die deine Kunden wirklich binden. Es geht 2026 nicht mehr nur darum, online zu verkaufen, sondern durch intelligente Vernetzung und reibungslose Abläufe einen echten Mehrwert zu bieten, der sich am Ende in deinem Gewinn widerspiegelt.
eBay erhöht die Gebühren: Das ändert sich für dich im Februar 2026
Wenn du auf eBay verkaufst, musst du dich ab dem 12. Februar 2026 auf höhere Kosten einstellen. Die Plattform passt sowohl die fixen als auch die variablen Gebühren für gewerbliche Verkäufer an. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Fixgebühr pro Bestellung: Während diese für Bestellwerte bis 10 Euro bei 0,35 Euro bleibt, steigt sie für alle Verkäufe über diesem Betrag auf 0,45 Euro an. Auch bei der variablen Verkaufsprovision gibt es Anpassungen nach oben. In vielen Kategorien erhöht sich der Satz für den Betrag, der über dem jeweiligen Grenzwert liegt, von bisher 2 Prozent auf nun 3 Prozent. Das mag auf den ersten Blick nach wenig klingen, kann sich aber bei teureren Produkten oder hohen Verkaufszahlen schnell summieren.
Besonders im Elektronik-Segment gibt es spezifische Änderungen für Shop-Abonnenten. Hier wird der Grenzwert, ab dem der reduzierte Provisionssatz greift, von 400 Euro auf 500 Euro angehoben. Das bedeutet, dass du für einen größeren Teil des Verkaufspreises die volle Provision zahlen musst. Auch Medienprodukte und Freizeitartikel sind betroffen, hier steigt die Basisprovision teilweise von 11 auf 12 Prozent. Für dich als Händler heißt das: Du solltest jetzt deine Kalkulationen überprüfen. Schau dir genau an, wie stark die Erhöhungen deine Marge bei verschiedenen Produkten beeinflussen. Eventuell musst du deine Preise leicht anpassen oder prüfen, ob ein anderes Shop-Abonnement bei eBay für dich nun wirtschaftlicher ist. eBay rechtfertigt diese Schritte oft mit Investitionen in die Plattform und neuen Marketing-Tools, aber am Ende liegt es an dir, dein Business so zu steuern, dass es trotz steigender Plattformkosten profitabel bleibt. Nutze die Zeit bis zum Stichtag im Februar, um deine Strategie anzupassen.
Wettbewerbszentrale warnt: Mehr Transparenz bei Kundenbewertungen gefordert
Das Thema Kundenbewertungen steht aktuell stark im Fokus der Wettbewerbszentrale und der Gerichte. Ein aktuelles Urteil des Landgerichts Frankfurt macht deutlich, dass du als Online-Händler extrem vorsichtig sein musst, wie du mit Rezensionen umgehst. Es reicht nicht mehr aus, einfach nur Sterne zu zeigen; du musst transparent machen, ob und wie du die Echtheit dieser Bewertungen prüfst. Wenn du Hinweise zur Echtheit hinter versteckten Links oder in ausklappbaren Menüs platzierst, kann das bereits als Wettbewerbsverstoß gewertet werden. Die Informationen müssen für deine Kunden unmittelbar und klar ersichtlich sein.
Besonders kritisch wird es bei „gekauften“ oder incentivierten Bewertungen. Wenn du Kunden Vorteile wie Gutscheine für eine positive Bewertung anbietest, ohne dies glasklar zu kennzeichnen, handelst du wettbewerbswidrig. Die Wettbewerbszentrale schreitet hier immer öfter ein, da solche Praktiken den fairen Wettbewerb verzerren. Für dich bedeutet das: Prüfe deinen Onlineshop darauf, ob die Hinweise zu deinen Bewertungsprozessen leicht auffindbar sind. Du bist als „Inverkehrbringer“ rechtlich dafür verantwortlich, dass deine Marketing-Maßnahmen zulässig sind; eine Haftung durch Dienstleister ist hier oft ausgeschlossen. Es geht darum, echtes Vertrauen aufzubauen. Ehrliche Bewertungen, selbst wenn sie mal kritisch sind, wirken auf Dauer viel glaubwürdiger als ein künstlich aufgeblasenes Profil mit fünf Sternen. Nutze klare Labels und erkläre deinen Kunden, wie du sicherstellst, dass nur echte Käufer eine Rezension abgeben können. Das schützt dich nicht nur vor teuren Abmahnungen, sondern sorgt auch für eine langfristige Kundenbindung durch Ehrlichkeit und Seriosität in deinem Webauftritt.
Google Suche: Neue personalisierte Werbeangebote durch KI
Google revolutioniert die Art und Weise, wie du deine Produkte bewerben kannst, durch den Einsatz von generativer KI. Mit dem neuen Format „Direct Offers“ testet der Konzern eine Möglichkeit, Rabatte und Versandvorteile direkt in den KI-generierten Suchergebnissen zu platzieren. Wenn ein Nutzer zum Beispiel über die Gemini-KI nach einem Produkt sucht, erkennt das System die Kaufabsicht und blendet passgenau deine speziellen Angebote ein. Das Besondere daran ist, dass die Werbung nicht mehr pauschal ausgespielt wird. Die KI entscheidet situativ, wann dein Angebot – etwa für kostenlosen Versand oder einen Mengenrabatt – die höchste Relevanz für den Suchenden hat.
Für dich als Händler eröffnet das völlig neue Chancen, Kunden genau im Moment ihrer Entscheidung zu erreichen. Du definierst im Vorfeld die Aktionen, und Google übernimmt die intelligente Ausspielung. Damit diese modernen Systeme reibungslos funktionieren, ist die Qualität deiner Produktdaten das A und O. Alle Informationen müssen systemseitig korrekt hinterlegt sein, damit die KI den Artikel richtig zuordnen kann. Parallel dazu baut Google das „Universal Commerce Protocol“ aus, einen offenen Standard, der es ermöglicht, dass Kaufprozesse direkt in der Suche abgeschlossen werden können. Das Ziel ist es, die Reibungsverluste für den Kunden so gering wie möglich zu halten. Du solltest dich darauf einstellen, dass die Sichtbarkeit deines Shops in Zukunft stark davon abhängt, wie gut deine Daten für diese KI-gestützten Werbeformate optimiert sind. Es geht nicht mehr nur um klassische Keywords, sondern um das Verständnis von Nutzerbedürfnissen in Echtzeit. Wer hier frühzeitig experimentiert und seine Angebote flexibel gestaltet, kann von deutlich höheren Abschlussraten profitieren.
Amazon ändert Rezensionsregeln: Mehr Genauigkeit für Variantenprodukte
Amazon führt eine bedeutende Änderung beim Teilen von Rezensionen zwischen Produktvarianten ein, die ab dem 12. Februar 2026 schrittweise umgesetzt wird. Bisher wurden Bewertungen oft über alle Varianten eines Produkts hinweg geteilt, selbst wenn es große Unterschiede in der Funktion gab. Das wird sich nun ändern: Rezensionen werden künftig nur noch dann geteilt, wenn die Unterschiede zwischen den Varianten geringfügig sind und keine Auswirkung auf die Funktionalität haben. Das betrifft zum Beispiel verschiedene Farben, Muster oder einfache Größen wie bei Bettwäsche. Wenn sich Varianten jedoch in ihren technischen Spezifikationen oder wesentlichen Funktionen unterscheiden, erhalten sie nun separate Bewertungs-Pools.
Diese Änderung hat das Ziel, die Genauigkeit der Rezensionen zu erhöhen und Fehlkäufe zu vermeiden. Für dich als Verkäufer kann das bedeuten, dass die Gesamtanzahl der Sterne bei einigen deiner ASINs sinkt, da sie nicht mehr von den Bewertungen anderer Varianten profitieren. Gleichzeitig schützt es dich aber auch vor negativen Bewertungen, die eigentlich nur eine spezifische, andere Variante betrafen. Es sorgt für mehr Vertrauen, da der Kunde genau das Feedback sieht, das für sein gewähltes Modell relevant ist. Du solltest jetzt deine Varianten-Struktur prüfen und sicherstellen, dass du die richtigen „Variation Themes“ nutzt. Eine saubere Datenpflege ist hierbei unerlässlich, ähnlich wie die Pflicht zur eindeutigen Produktkennzeichnung ab 2026 für die korrekte Zuordnung in der Logistik. Nutze die Zeit bis Mai 2026, um für jede einzelne Variante starke, spezifische Rezensionen aufzubauen. Langfristig führt diese Transparenz zu einer geringeren Retourenquote und zufriedeneren Kunden, da die Erwartungen an das jeweilige Produkt viel genauer getroffen werden.
Agentic Commerce: Wie Shopify und Google den Einkauf automatisieren
Die Zukunft des Einkaufens heißt „Agentic Commerce“ und wird durch eine neue Zusammenarbeit von Shopify und Google Realität. Im Zentrum steht das „Universal Commerce Protocol“ (UCP), ein offener Standard, der es KI-Agenten ermöglicht, eigenständig für Nutzer einzukaufen. Stell dir vor, ein digitaler Assistent sucht nicht nur nach dem besten Angebot, sondern kann den gesamten Checkout-Prozess inklusive Rabattcodes und Lieferoptionen selbstständig abschließen. Shopify integriert diese Funktionen nun nativ, sodass du als Händler deine Produkte direkt in den KI-Modus der Google-Suche und der Gemini-App bringen kannst.
Diese Entwicklung verschiebt den Moment der Kaufentscheidung. Oft passiert dieser nun schon innerhalb der KI-Konversation, bevor der Kunde überhaupt deine Webseite besucht. Um hier erfolgreich zu sein, müssen deine Systeme in der Lage sein, mit diesen KI-Agenten zu kommunizieren. Das UCP schafft dafür eine gemeinsame Sprache zwischen Händlern, Zahlungsanbietern und den KI-Systemen. Für dich bedeutet das: Deine Produktdaten müssen perfekt strukturiert sein. Nur wenn der Barcode oder die SKU systemseitig korrekt verknüpft sind, kann der KI-Agent das richtige Produkt identifizieren und den Kauf sicher abwickeln. Shopify-Händler profitieren hier von einer Vorreiterrolle, da sie durch die neue Partnerschaft direkten Zugang zu diesen hochmodernen Vertriebskanälen erhalten. Es ist ein radikaler Wandel im eCommerce, bei dem es weniger um das klassische Surfen im Shop geht, sondern um die Bereitstellung von Informationen für autonome Systeme. Wenn du dich darauf vorbereitest und deine technische Infrastruktur auf diese Protokolle ausrichtest, sicherst du dir einen Platz in der nächsten Ära des digitalen Handels, in der Bequemlichkeit und Automatisierung für deine Kunden oberste Priorität haben.

